Mein Weg zur GDT-Vollmitgliedschaft
Ein Einblick in die Bewerbung bei der Gesellschaft für Naturfotografie (GdT)
Wie gut ist die eigene Fotografie wirklich?
Diese Frage stand am Anfang meiner Bewerbung zur Vollmitgliedschaft in der Gesellschaft für Naturfotografie (GdT). 20 Bilder müssen als Gesamtportfolio die Jury überzeugen. Bei mir kam ein weiterer Aspekt hinzu: Meine gesamte fotografische Arbeit folgt zwar einer sehr eigenständigen und klar erkennbaren Bildsprache, aber ich verbinde Natur- und Studiofotografie, orientiere mich an historischen naturkundlichen Schautafeln und verfolge dabei einen ausgeprägt kreativ-künstlerischen Ansatz. Damit bewege ich mich eindeutig abseits der traditionellen Naturfotografie.
Diese Eigenständigkeit ist für mich ein wesentlicher Teil meiner fotografischen Handschrift. Für eine Bewerbung bei der GdT bedeutet das allerdings auch, dass meine Bilder nicht ohne Weiteres in ein gewohntes Schema einzuordnen sind. Was im Februar 2025 mit der Einreichung begann, wurde deshalb zu einem langen Diskussionsprozess innerhalb der GdT, der erst im März 2026 abgeschlossen war.
Was bedeutet eigentlich GDT-Vollmitgliedschaft?
Die Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) steht für herausragende Naturfotografie und einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt. Genau diese Verbindung ist auch mir sehr wichtig. Naturfotografie bedeutet für mich nicht nur, besondere Bilder zu schaffen, sondern ebenso, Verantwortung für das zu übernehmen, was ich fotografiere, der Natur mit Respekt zu begegnen und dieses Bewusstsein weiterzugeben.
Eine Vollmitgliedschaft in der GDT steht damit für fotografischen Anspruch und eine entsprechende Haltung hinter der Kamera. Für mich ist sie ein Qualitätssiegel für die eigene Arbeit – und zugleich ein Ausdruck dessen, wofür ich mit meiner Fotografie stehe.
Der Bewerbungsprozess
Im November 2024 begann ich mit der konkreten Vorbereitung. Die entscheidende Frage war: Welche 20 Bilder repräsentieren meine fotografische Arbeit als Gesamtwerk? Das ist bei meinen Schautafeln, die ja über viele Monate hinweg entstehen, nicht ganz einfach:
Ich fotografiere zwar seit vielen Jahren, habe mich aber erst 2021 auf die botanische Fotografie spezialisiert. Ein entsprechend umfangreiches Portfolio - und somit eine große Auswahl an fertigen Arbeiten - gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Herausforderung bestand daher darin, aus den vorhandenen Arbeiten zwanzig auszuwählen, die nicht nur für sich funktionieren, sondern auch als Gesamtportfolio stimmig sind und meine fotografische Handschrift klar repräsentieren.
Im Februar 2025 reichte ich nach mehreren Wochen der Auswahl, Zusammenstellung und Feinabstimmung mein Portfolio ein.
Eine lange Diskussion
Meine Bewerbung wurde von der Jury in den folgenden Monaten immer wieder eingehend diskutiert. Neben der Qualität der Arbeiten ging es vor allem darum, wie mein fotografischer Ansatz innerhalb der Naturfotografie einzuordnen ist. Für mich zeigt diese zeitintensive und ausführliche Auseinandersetzung, wie hoch die Anforderungen an eine Vollmitgliedschaft sind und mit welcher Sorgfalt die GdT ihre Entscheidungen trifft. Umso mehr schätze ich das, weil die Arbeit in der GdT und auch die Juryarbeit ehrenamtlich erfolgt.
Danke an dieser Stelle an die gesamte Jury und im Speziellen an Sebastian Vogel, der mich während des gesamten Prozesses immer wieder über den aktuellen Stand meiner Bewerbung informierte.
Was lange währt…
Im März 2026 erhielt ich schließlich die freudige Nachricht: Ich wurde als Vollmitglied in die GDT aufgenommen. Nach mehr als einem Jahr war meine Freude natürlich groß – auch, dass mein ungewöhnlicher Zugang zur Naturfotografie letztendlich überzeugen konnte. Ich weiß, dass diese Entscheidung nicht einfach war und danke der GdT für ihre Offenheit gegenüber neuen fotografischen Ansätzen und Ausdrucksformen. Das ist keineswegs selbstverständlich.
Eine große Ehre
Das GDT-Logo nun selbst verwenden zu dürfen, ist für mich Anerkennung, Ansporn und Verpflichtung zugleich. Teil dieser Gemeinschaft zu sein, bedeutet mir sehr viel und es bestärkt mich darin, meinen eingeschlagenen fotografischen Weg weiterzugehen.